Reizdarm – was ist das?

Reizdarm - was ist das? Typisch Reizdarm: Ständig Bauchschmerzen, Blähungen, Verstopfung oder Durchfall.

Typisch für das Reizdarmsyndrom (RDS) sind chronische Bauchbeschwerden mit Schmerzen und Blähungen, die oft mit Stuhlveränderungen einhergehen. Betroffene haben oft eine jahrelange Odyssee von Arzt zu Arzt hinter sich, bis die Diagnose endlich feststeht. Und dann?

Was ist ein Reizdarm?

Das Reizdarmsyndrom ist keine Seltenheit. Es kann in allen Altersgruppen vorkommen. Man geht davon aus, dass in Deutschland etwa 10 bis 15 Prozent der Erwachsenen betroffen sind – Frauen doppelt so häufig wie Männer. Eine aktuelle Studie aus Hamburg ergab sogar eine Häufigkeit des Reizdarmsyndroms von 16,6 Prozent in der Bevölkerung.*

Ärzte sprechen von einem Reizdarmsyndrom, wenn die folgenden drei Kriterien erfüllt sind:

  • Es bestehen chronische, das heißt länger als drei Monate anhaltende, Beschwerden wie Bauchschmerzen oder Blähungen, die in der Regel mit Veränderungen des Stuhlgangs einhergehen.
  • Der Betroffene empfindet die Beschwerden als so stark, dass er sich sorgt und ärztliche Hilfe sucht. Die Lebensqualität ist beeinträchtigt.
  • Es liegen keine für andere Krankheitsbilder (z. B. Morbus Crohn) charakteristischen Veränderungen vor.

Damit die Diagnose Reizdarmsyndrom gestellt werden kann, müssen zunächst andere Erkrankungen ausgeschlossen werden, die ähnliche Symptome hervorrufen können. Es muss abgeklärt werden, dass keine für andere Krankheitsbilder charakteristischen Veränderungen vorliegen. Deshalb ist das Reizdarmsyndrom – Ärzte sprechen auch von „funktionellen Darmbeschwerden“ – eine sogenannte Ausschlussdiagnose. Doch nur ein Teil der Betroffenen sucht einen Arzt auf.

Reizdarmsyndrom: Rästelhafte Bauchbeschwerden

Beim Reizdarmsyndrom (engl. „Irritable Bowel Syndrome, IBS) handelt es sich um eine körperliche Erkrankung mit chronischen Bauchbeschwerden, bei der mit der üblichen Routinediagnostik keine Ursache gefunden werden kann. „Mit Ihrem Darm ist alles in Ordnung“ – das hören viele Patienten deshalb immer wieder von Ihren Ärzten. Tatsächlich ist aber gar nichts in Ordnung: Denn die Symptome, mit denen die Betroffenen zu kämpfen haben, sind oft so stark, dass der Alltag und die Lebensqualität stark beeinträchtigt werden. Und sie kommen immer wieder.

Dabei können die Beschwerden von Fall zu Fall unterschiedlich ausgeprägt sein: Die einen haben ständig Durchfall und trauen sich kaum mehr aus dem Haus. Die anderen leiden unter Verstopfung oder haben schlimme Bauchschmerzen. Bei einigen Reizdarm-Geplagten führen Gasansammlungen im Darm dazu, dass sie morgens mit Kleidergröße 36 aufstehen und abends mit Kleidergröße 40 ins Bett gehen.

Typische Symptome des Reizdarmsyndroms sind:

Bauchschmerzen/Krämpfe

Bauchschmerzen / Krämpfe

Blähungen/Blähbauch

Blähungen / Blähbauch

Durchfall

Durchfall

Verstopfung

Verstopfung

Anhand der Stuhlveränderungen werden verschiedene Formen des Reizdarmsyndroms unterschieden:

  • Diarrhoe-Typ: Ständiger Durchfall ist das Hauptsymptom.
  • Obstipations-Typ: Eine chronische Verstopfung ist das Hauptsymptom.
  • Alternierender Typ: Durchfall und Verstopfung treten im Wechsel auf.

Es gibt aber auch Patienten, bei denen sich die Symptome nicht eindeutig zuordnen lassen.

Bei einem Teil der Betroffenen bessern sich die Beschwerden nach einiger Zeit – manchmal verschwinden sie sogar ganz. Häufig verläuft das Reizdarmsyndrom allerdings chronisch und wird so zum Dauerthema für die Betroffenen.

*Althaus, A., et al., Determinants and frequency of irritable bowel syndrome in a German sample. Z Gastroenterol 54 (2016) 217-225.
Layer P et. al.; S3-Leitlinie zur Definition, Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie des Reizdarmsyndroms. Z Gastroenterol 2011; 49:237-293 (In Überarbeitung).
Irritable Bowel Syndrome: a Global Perspective Update September 2015. World Gastroenterology Organization, 2015.

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